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Julius Kurth

05.05.2017 - 05.11.2017

„Julius Kurth – Die Strahlkraft von Wissen und Glauben“
Ausstellung im Museum Lichtenberg zum Jubiläum 500 Jahre Reformation
 
Mit der Eröffnung der Ausstellung: „Die Strahlkraft von Wissen und Glauben“ über den Gelehrten, Pfarrer und Künstler Dr. Julius Kurth reiht sich das Museum Lichtenberg in das vielfältige Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zum 500. Reformationsjubiläum ein.
Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) wird die Ausstellung am Freitag, 5. Mai, um 19 Uhr im Museum eröffnen. Zudem sprechen Christine Rodler, Pfarrerin in Hohenschönhausen, Gunnar Müller vom Förderverein Schloß Hohenschönhausen e.V. und Dr. Regine Fassbender aus der Familie Kurth.
Das Flötentrio „Giocoso“ lässt als musikalische Einstimmung auf das Reformationsthema Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Willibald Gluck, Felix Mendelsohn-Bartholdy und Johann Joachim Quantz erklingen.

Die Ausstellung stellt das Wirken des außergewöhnlichen Geistlichen und Hohenschönhausener Pfarrers Julius Kurth vor. Julius Kurths (1870-1949) Leben war erfüllt von dem Streben nach christlichen Idealen und umfassender Bildung. Neben seinem seelsorgerischen Auftrag hatte er sich die Verbreitung von Wissen, das Sammeln sowie die eigene Produktion von Kunst zu Lebensaufgaben gemacht. Das brachte ihm neben der Anerkennung in seiner Gemeinde auch hohe Wertschätzung in der Berliner Wissenschaftswelt ein. Ebenso fand er in Japan durch seine kunstwissenschaftlichen Studien hohe Wertschätzung.
Die Ausstellung präsentiert neben christlichen Schriftzeugnissen früherer Jahrhunderte, die Julius Kurth erworben hatte und die dem Museum von dessen Familie für die Ausstellung überlassen werden, auch Teile seiner Sammlung von altägyptischen Artefakten. Sie werden, wie andere Teile der Kurth‘schen Sammlungen, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich betreut und bewahrt. Teile seiner Sammlung von Papyri befinden sich in Obhut des Ägyptischen Museums Berlin. Für Friedrich Simon Archenhold, zu dem Julius Kurth in einer wissenschaftlichen und freundschaftlichen Beziehung stand, zeichnete er am großen Refraktor-Teleskop die Oberfläche des Planeten Mars. Eine besondere Stellung nimmt die von Julius Kurth in einer kunstwissenschaftlichen Abhandlung herausgegebene Sammlung alter japanischer Holzschnitte des Meisters Sharaku ein. Seinen Forschungen ist es zu verdanken, dass dieser Altmeister der japanischen Kunst wiederentdeckt wurde. Noch im heutigen Japan werden Julius Kurth und seinen Forschungen dafür Hochachtung zuteil. Auch einige persönliche Dokumente von Julius Kurth sind Bestandteil der Ausstellung. So erhielt das Museum Lichtenberg von der Streit‘schen Stiftung einige Unterlagen seiner Schulzeit. Die Stiftung verwaltet den Nachlass des Berliner Gymnasiums „Zum Grauen Kloster“, wo Kurth sein Abitur ablegte.

Die Ausstellung wurde von Mitgliedern des Fördervereins Schloß Hohenschönhausen e.V. kuratiert. Sie ist bis zum 5. November 2017 zu sehen.

Der Eintritt ist frei.
 
Museum Lichtenberg | Türrschmidtstraße 24 | 10317 Berlin | Telefon 030 57 79 73 88 14 |
Di bis Fr und So 11-18 Uhr | www.museum-lichtenberg.de
 
Dr. Julius Kurth – zur Person
1870 geboren und aufgewachsen in der Berliner Luisenstadt im heutigen Ortsteil Kreuzberg, studierte Julius Kurth an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, Theologie und Christliche Archäologie. Schon frühzeitig fiel er durch seine besondere künstlerische Begabung auf, die er zeit seines Lebens mit Freuden zu nutzen wusste.
Seit seiner Ordination 1901 arbeitete er als Stadtvikar beim Ersten Hofprediger, Wilhelm Faber. Sein großes Interesse galt zunächst der christlichen Kunst. Für seine Publikation über die frühchristlichen Mosaiken in Ravenna fertigte er die farbigen Illustrationen selbst an. Über seine Reisen nach Italien, Griechenland und Ägypten schrieb und illustrierte er fesselnde Reiseberichte.
Besondere Zuneigung entwickelte der Kunstkenner zu farbigen japanischen Holzschnitten und erwirkte mit seinen Publikationen eine Wiederentdeckung dieser alten Kunst in Japan. Auch befasste er sich intensiv mit Ägyptologie. In Fragen des alten Orients galt er in Berlin als ein guter Kenner und so beriet er den Bau des Straußenhauses im Berliner Zoo und entwarf selbst Motive. Im Zweiten Weltkrieg wurden seine Wandbilder zerstört. Das einzigartige Haus wurde nach Kriegsende abgerissen.
1910 trat Julius Kurth die Stelle als Pfarrer in Hohenschönhausen an und führte die Tabor-Gemeinde in 25-jähriger Tätigkeit durch den Ersten Weltkrieg, die Inflation und die Wirtschaftskrise. In diesen Jahren wuchs die Gemeinde so stark an, dass aus ihr ein eigener Kirchenkreis wurde. Als kaisertreuer Lutheraner fiel Kurth das Arbeiten unter den neuen Verhältnissen der Weimarer Republik nicht leicht. Doch hielt er zu den so genannten „Deutschchristen“ Distanz, die nationalsozialistisch und antisemitisch orientiert waren.
Julius Kurth engagierte sich stark für seine Gemeinde und schrieb auch Verse und Theaterstücke, von denen einige in der Gemeinde aufgeführt wurden. Das Pfarrhaus, das er wie ein kleines Museum eingerichtet hatte, wurde von den Bewohnern Hohenschönhausens das „Haus der Tausend Wunder“ genannt. Es ist der Neubebauung des Areals an der Hauptstraße Ecke Gehrenseestraße in der DDR zum Opfer gefallen und befand sich an der Rhinstraße unweit der Einmündung Hauptstraße.1935 ging Kurth in den Ruhestand. Während des Krieges aus Berlin vertrieben, starb er 1949 in Gerbstedt.
Sein Nachlass ist erst in den letzten Jahren erschlossen worden. „Ein Leben, das für mehrere reichte“, resümieren die Kuratoren aus dem Förderverein Schloß Hohenschönhausen e.V.
 
Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Abteilung Personal, Finanzen, Immobilen und Kultur
Amt für Weiterbildung und Kultur
Museum Lichtenberg
Dr. Thomas Thiele
Telefon 030 57 79 73 88 14
museumlichtenberg@kultur-in-lichtenberg.de
www.kultur-in-lichtenberg.de

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